Erich-Kästner-Schule

Grundschule des Kreises Groß-Gerau in Klein-Gerau

 

 

 

 

Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!"

Erich Kästner, geboren am 23. Februar 1899 und gestorben am 29. Juli 1974 in München, war ein deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor und Kabarettist, der breiten Kreisen der deutschen Bevölkerung vor allem wegen seiner humorvollen, scharfsinnigen Kinderbücher und seiner humoristischen bis zeitkritischen Gedichte bekannt ist.

Mehr Informationen über Erich Kästner, seine Werke, sein Leben und weitere Pfeiler in seinem Leben findet man in der freien Enzyklopädie Wikipedia.

Die EKS führt auf: Ein Theaterstück zu Erich Kästner

Fragen ans Publikum (direkt) - 2 Kinder:

· · Was wissen Sie über Erich Kästner?

· · Wann wurde er geboren?

· · Und wo?

· · Hatte er Kinder?

· · Liebte er Tiere?

· · Welche Hobbys hatte er?

Kind 1:

..Wenn Sie das nicht wissen - nicht so schlimm. Wir haben das auch nicht gewusst. Aber wir haben Detektiv gespielt, weil unsere Schule ja Erich-Kästner Schule heißt. Und jetzt erzählen wir, was wir herausgefunden haben.

Kind 2:

..Geboren wird er vor genau 100 Jahren in Dresden. Seine Eltern sind bitterarm. Sein Vater ist Schuster.

Kind 3:

..Sein Vater ist aber gar nicht sein richtiger Vater. Erichs Mutter hat einen Freund, der ist Erichs richtiger Vater. Seine Mutter erzählt ihm das, als er schon fast erwachsen ist. Erich findet das nicht weiter schlimm.

Kind 2:

..Erich liebt seine Mutter sehr. Er tut alles, um sie glücklich zu machen.

Kind 3:

..Ich glaube, er ist ein richtiges Muttersöhnchen. Als er erwachsen ist und in Berlin wohnt, schreibt er ihr jeden Tag, wirklich- jeden Tag eine Postkarte. Und er schickt ihr jede Woche ein Paket mit seiner dreckigen Wäsche. Niemand kann so gut waschen und bügeln wie sie, behauptet er.

Kind 2:

..Erich geht schrecklich gerne zur Schule. Er ist immer der Beste in der Klasse. “Ich wollte lernen und nicht einen Tag versäumen. Ich war ein patentierter Musterknabe.”

Kind 3:

..So ein richtiger Streber!

Kind 2:

..Sein Lieblingshobby ist das Lesen. Aber er treibt auch gerne Sport. Und er spielt gern mit den anderen Kindern. Er will übrigens unbedingt Lehrer werden.

Kind 3:

..Die Untermieter bei seinen Eltern sind nämlich Lehrer. Die mag Erich sehr, weil sie immer so nett zu ihm sind.

Kind 2:

..Dass er doch nicht zum Lehrer taugt, merkt er, als er vor einer Schulklasse steht und unterrichten soll. “Der Jüngling auf dem Katheder, das ist kein Lehrer. Und sie (die Kinder) hatten recht... Ich wollte nicht lehren, sondern lernen.”

Kind 2:

..Der 1. Weltkrieg kommt. Erich hat Angst um sein Leben. “Die nächste Zukunft hatte den Entschluss gefasst, mich zu Blutwurst zu verarbeiten”

Kind 3:

..Er muss dann zum Glück doch nicht zu den Soldaten, weil er einen schlimmen Herzfehler hat..

Kind 2:

..Nach dem Krieg macht er sein Abitur so gut, dass er ein Stipendium bekommt und an die Universität nach Leipzig gehen kann.

Kind 3:

..Dort verliebt er sich in Ilse. Er will sie unbedingt heiraten. Aber sie gibt ihm den Laufpass. Erich hat Liebeskummer, ist schrecklich unglücklich und beschließt, niemals zu heiraten.

“Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut),
Kam ihre Liebe plötzlich abhanden,
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.”

Kind 4:

..1927 geht Erich nach Berlin. Da ist was los!!! Er wird Journalist und Reporter. Er schreibt über alles, was ihm nicht gefällt und was nicht in Ordnung ist. Die Leute mögen seine Geschichten. Vor allem lieben sie seine Gedichte, weil die witzig und bissig sind.

“Ich setze mich gern zwischen Stühle.
Ich säge an dem Ast, auf dem wir sitzen.”
“...immer wieder schickt ihr mir Briefe, in denen ihr dick unterstrichen schreibt, Herr Kästner, wo bleibt das Positive.
Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.”

Kind 5:

..Auf einer Party fragt ihn eine Frau, ob er nicht mal zur Abwechslung ein Kinderbuch schreiben will. “Ich war völlig verblüfft. “Um alles in der Welt, wie kommen Sie darauf, dass ich das könnte?” “Schreiben Sie einmal nicht nur über Kinder, sondern auch für Kinder.” ( antwortete sie). “Das ist sicher sehr schwer”, sagte ich. “Aber ich werd’s versuchen.”

Kind 5:

..Kurze Zeit später ist das Buch schon fertig. Es heißt “Emil und die Detektive” und wird ein Riesenerfolg. Als nächstes schreibt er “Pünktchen und Anton”. Noch ein Erfolg!

Kind 4:

..Heute sagt man Bestseller. Die Kinder lieben seine Bücher, weil die Geschichten spannend und lustig sind. Außerdem gibt es sonst wenig gute Kinderbücher.

Kind 6:

..1933 sind die Nazis unter Hitler an der Regierung. Sie verbieten alles, was ihnen nicht passt. Und sie verbrennen die Bücher von Schriftstellern, die ihnen nicht gefallen. Auch Erichs Bücher werden in Berlin in einem riesigen Feuer verbrannt. Viele Menschen gucken zu.

Kind 7:

..Erich steht auch da. Er hat große Wut und ballt seine Fäuste in den Hosentaschen. Aber er sagt kein Wort. Als ihn jemand erkennt, schleicht er sich schnell davon. Er hat wohl Angst im Bauch.

Kind 6:

..Viele seiner Freunde gehen aus Angst vor Hitler ins Ausland. Erich bleibt in Deutschland.
“Ich bin eine Deutscher aus Dresden in Sachsen.
Mich lässt die Heimat nicht fort.
Ich bin wie ein Baum, der in Deutschland gewachsen,
wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.”

Kind 7:

..Vielleicht bleibt er aber vor allem, weil er in der Nähe seiner Mutter bleiben will.

Kind 6:

..Es ist Krieg. Eigentlich hat Erich Schreibverbot. Aber Hitlers Leute können mit seinen Büchern und Filmdrehbüchern viel Geld verdienen. Deshalb darf er unter falschem Namen Drehbücher schreiben und seine Bücher in Österreich und in der Schweiz verkaufen.

Kind 7:

..Erich weigert sich aber, genau das zu schreiben, was Hitlers Männer von ihm wollen.
“Was immer auch geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
Von dem Kakao, durch den man euch zieht,
Auch noch zu trinken.”

Kind 6:

..Weil er aber dringend Geld verdienen muss, schreibt er die Drehbücher für “Drei Männer im Schnee” und für “Münchhausen”. Über diese beiden Filme lachen die Kinobesucher so sehr, dass sie den schrecklichen Krieg vergessen können.

Kind 8:

..Nach dem Krieg zieht Erich mit seiner Freundin nach München. Er schreibt fleißig für Zeitungen und für das Kabarett. Er hat wenig Geld, aber er ist glücklich, weil der Krieg zu Ende ist und weil seine Eltern noch leben.
“Ich trag Schuhe ohne Sohlen.
Durch die Hose pfeift der Wind.
Doch mich soll der Teufel holen,
Wenn ich nicht nach Hause find’.”

Kind 8:

..Er wünscht sich, dass es nie wieder Krieg gibt, dass die Bösen ordentlich bestraft werden und dass nie wieder eine Atombombe fällt. Dafür kämpft er bis zu seinem Tod.

Kind 9:

..Aber er spürt, dass er die Welt doch nicht ändern kann. Das macht ihn traurig. “Du glichst einem Mann, der die Fische im Fluss überreden möchte, doch endlich ans Ufer zu kommen, laufen zu lernen und sich den Vorzügen des Landlebens hinzugeben...” Aber: “Die Menschen lehnen es seit Jahrtausenden mit Nachdruck ab, sich...zu Engeln umschulen zu lassen.”

Kind 8:

..Als seine Mutter 1951 stirbt, ist er todunglücklich. Das kann ich gut verstehen.

Kind 9:

..Erich hat immer noch nicht geheiratet. Aber er hat zwei Frauen: seine alte Freundin Luiselotte und seine Geliebte Friedel. 1957 bekommt Friedel ein Baby. Erich freut sich über seinen Sohn. Aber drei Jahre lang hat er nicht den Mut, Luiselotte davon zu erzählen. Als sie es dann doch von Erichs Baby erfährt, ist sie stinksauer. Aber sie liebt Erich und verzeiht ihm.

Kind 8:

..Erich ist inzwischen ein alter Mann geworden. Er ist nicht mehr so gesund und kann nicht mehr soviel arbeiten. Er genießt sein Leben, spielt mit seinen Katzen und trinkt schrecklich viel Alkohol... 1974 stirbt er. 75 Jahre alt ist er geworden.

Kind 10:

..Würdest du ihn mögen, wenn er heute hier leben würde und vielleicht sogar bei uns Lehrer wäre?

Kind 11:

..Lass mich mal nachdenken. - Ich glaube, JA. Er hatte bestimmt einige Macken, und ein großer Held war er vielleicht auch nicht. Aber: Er hat die Kinder immer sehr geliebt. Sie waren seine Hoffnung. Er glaubte ganz fest, dass nur die Kinder die Welt verbessern könnten.

Kind 10:

..Und was würde er sagen, wenn er heute hier wäre und eine Rede halten müsste?

Alle:

ES GIBT NICHT’S GUTES, AUSSER MAN TUT ES.